Datensicherung in WordPress

Lesezeit: 4 Minuten

Datensicherung in WordPress allgemein

Ein Backup, also die Datensicherung in WordPress, ist unnötig, aufwändig und wird sowieso nie benötigt. So oder so ähnlich ist die Reaktion oft, wenn es auf dieses Thema zu sprechen kommt. Trotzdem möchten ich Dich hiermit nochmals sensibilisieren:

Die Erfahrung zeigt, dass bei jeder Seite irgendwann einmal die Notwendigkeit aufschlägt, dass Daten zurückgesichert werden müssen. Und wenn es soweit ist, solltest Du vorbereitet sein und alles in Deiner Macht stehende getan haben, damit Du nicht völlig blank da stehst. Ein Crash mit benötigtem Restore ist an sich schon eine Ausnahmesituation.

Eine Datensicherung muss nicht unbedingt aufwändig sein, kann Dir aber jede Menge Ärger ersparen. Beispielsweise hat das Backup in einer Unternehmens-IT einen so hohen Stellenwert, dass selbst komplexe, Aufwändige und teuer geplante Änderungen an der Umgebung kurzfristig verschoben werden, wenn das Backup nicht zu 100% save ist! Auch werden regelmäßig Restore-Tests durchgeführt.

Es gibt gar nicht viele Dinge, die Du beim Einrichten einer Datensicherung beachten musst, wenn es um Datensicherung in WordPress geht:

Alles sichern

Sichere auch wirklich alles, was notwendig ist.
Für WordPress bedeutet das: Du benötigst das komplette WordPress-Verzeichnis sowie die entsprechende Datenbank. Und das möglichst zeitgleich. Falls Du Ressourcen auf anderen Servern oder CDNs liegen hast, vergiss nicht, diese ebenfalls in die Sicherungsstrategie einzubeziehen. Wenn Du irgendwelche Spezialkonfigurationen am Webserver (.htaccess, php.ini, apache.conf, etc. ) vorgenommen hast, dann sollte das ebenfalls ins Backup.

Wie oft sichern

Mache Dir Gedanken, wie oft Du eine Sicherung durchführen möchtest oder musst.
Eine statische Webseite, die sich einmal pro Monat ändert, muss nicht alle vier Stunden gesichert werden. Ein Blog, bei dem pro Tag 1000 Kommentare geschrieben werden, sollte möglichst noch öfters gesichert werden.

Datensicherung in WordPress wie oft
Datensicherung wie oft

WordPress ist nach oben extrem skalierbar. Es ist kein Problem, eine hochredundante Umgebung, verteilt auf 10 parallele Webserver und mit einem Datenbank-Cluster im Backend aufzubauen. Wenn ein Webserver dabei den Abflug macht, ist der Service noch voll verfügbar. Aber Achtung: so ein Konstrukt entbindet Dich nicht vor der Datensicherung! Ob ich die Datenbank für einen Webserver lösche oder für 100 – weg ist weg. Im Gegenteil: Bei so einem komplizierten HA-Konstrukt ist eine saubere Backup-Strategie (und eine klare Vorgehensweise für den Restore) absolut notwendig.

Wo hin sichern

Mache Dir Gedanken, wohin Du die Datensicherung (Backup) speichern möchtest.
Im Normalfall wird die Datensicherung auf den Server geschrieben, auf dem auch Deine WordPress-Installation läuft. In einem Worst-Case-Fall ist das aber nicht ausreichend. Als Beispiel reicht es, einen Hardwareausfall bei einem Root-Server zu nennen. Hier solltest Du regelmäßig das Backup herunterladen oder eventuell auf andere Server oder Hoster auslagern. Alternativ gibt es auch gute Möglichkeiten, das Backup zu einem anderen Cloud-Anbieter zu schieben. Amazons S3 bietet sich hierzu auch aufgrund der Preisstrategie recht gut an. Wenn Du V-Server Dein Eigen nennst, kannst Du die Sicherungen auch über Kreuz fahren. Aber Achtung: hier spielt dann auch der Datenschutz eine Rolle, je nachdem, wohin Du sichern möchtest!

Wie funktioniert ein Restore

Mache Dich wenigstens einmal mit dem Ablauf der Rücksicherung vertraut.
Das mutet etwas komisch an, ist aber wirklich ein wichtiger Tipp. Das beste Backup hilft Dir nichts, wenn Du bei einem Ausfall des Servers gar nicht weißt, mit welchem Backup-Plugin Du das Backup erstellt hast oder erst noch stundenlang die entsprechende Dokumentation lesen musst. Denk daran: Was Du WIRKLICH BRAUCHST ist eine Rücksicherungs-Software!

Ich kann hier nur sagen: Lese Dich in das Thema Backup ein, es wird Dir irgendwann helfen. Ich schlage Backups auf zwei Wegen vor:

  1. Zum einen solltest Du das nutzen, was der Hoster bietet, also entweder ein regelmäßiges Dateibackup und entsprechende SQL-Dumps bei Root-Servern, Snapshots bei V-Servern sowie das automatisierte Backup, das der WordPress-Hoster bietet. Das ist quasi das “Desaster Recovery”
  2. Zum anderen solltest Du mit einem Plugin regelmäßig nur die WordPress-Umgebung sichern, weil damit ein Restore dediziert von WordPress sehr einfach und schnell durchgeführt werden kann. Du könnest alle 6 Stunden ein Backup auf den lokalen Server schreiben und einmal pro Woche so ein Backup zu Amazon S3 senden.

Datensicherung in WordPress mit UpdraftPlus

Eines der weit verbreiteten Backup-Plugins ist „UpdraftPlus WordPress Backup Plugin“. Bitte installiere und aktiviere das Plugin. Die Verwendung ist sehr einfach (was aus meiner Sicht essentiell für eine Backup-Software ist):

Einstellungen > UpdraftPlus Sicherungen > Aktueller Status: Hier siehst Du die vorhandenen Sicherungen und kannst auch on-the-fly Sicherungen und Rücksicherungen durchführen. Die vorhandenen Sicherungen findest Du auch im Reiter „Existierende Sicherungen“.

Einstellungen > UpdraftPlus Sicherungen > Einstellungen: Hier kannst Du einen Sicherungsplan für die Dateien und für die Datenbank anlegen. Solange Du noch an der Entwicklung oder Konfiguration der Seite bist, solltest Du hier auf ein Intervall von vier Stunden gehen, sowie mehrere Versionen aufbewahren, zum Beispiel: zehn Stück. So verlierst Du bei einer ungeschickten Änderung möglichst wenig Zeit. Für eine produktive Seite sollte ein Backup täglich genügen, mit zum Beispiel sieben Tage Vorhaltezeit. Aber: Das ist sehr davon abhängig, was die Seite macht, wie oft Änderungen (auch Kommentare) gemacht werden. Stellen Dir immer die zentrale Frage: Auf wie viel Zeit kann ich verzichten, ab wann wird es kritisch.

Datensicherung in WordPress – Fazit

Du wirst irgendwann mal ein Backup benötigen.

Sicher.

Ganz sicher, vertrau mir.

Und ganz wichtig ist, dass Du dann genau weißt, WO die Daten liegen und WIE der genaue Ablauf ist, um wieder an die Daten zu kommen. Wenn Du dann stundenlang suchen und recherchieren musst, ist das schlecht. Zumal so ein Fall sowieso schon eine Ausnahmesituation mit Anspannung und Stress ist. Also bewahre Dir irgendwo eine Todo-Liste für den Restore auf, damit Du das auch sauber hinbekommst.

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1 Antwort

  1. 2. Juni 2019

    […] neue Erkenntnisse auch einfließen. Schau Dir aber am Besten auch die Themen Datensicherheit und Datensicherung […]

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