Performance

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Warum Performance

Die Performance einer Webseite ist extrem wichtig. Es gibt mehrere Untersuchungen bezüglich der Ladezeit von Webseiten. Viele Studien geben an, dass eine 1 Sekunde längere Ladezeit einer Webseite in rund 10% weniger Seitenaufrufen resultiert. Wenn Deine Seite also 3-4 Sekunden länger lädt als eine Konkurrenzseite, verlierst Du im Vergleich zu dieser rund 1/3 der Seitenaufrufe.

Google geht sogar weiter und fand in einer Studie heraus, dass mehr als 50% der Webseiten vorzeitig verlassen werden, wenn die Ladezeit länger als drei Sekunden dauert.

Was ich damit sagen möchten ist, dass die Ladezeit einer Webseite nicht unterschätzt werden darf als kritischer Faktor. Es gilt hier: Je schneller, desto besser. 

Grundlage für eine vernünftige und nachvollziehbare Performance-Bewertung einer Webseite sind automatisierte Tests, die von außerhalb Webzugriffe simulieren und so immer dasselbe tun. Einige Beispiele sind im Folgenden aufgelistet. Die Testergebnisse sollen Dir als Anhaltspunkt dienen – trotzdem solltest Du immer daran denken: Du machst die Webseite für Deine menschlichen Besucher. Lass Dir die Seite nicht von Suchmaschinen oder Analysetools diktieren. 

Tools zur Analyse von Webseiten

Im Folgenden stelle ich einige Tools vor, um die Performance von Webseiten zu analysieren. Der große Vorteil, wenn man solche Werkzeuge verwendet ist, dass man aussagekräftige Daten bekommt in Form von Zahlen und Werten. Und diese Tests dann jederzeit, beliebig oft, widerholen kann. So ist man nicht von händischen, subjektiven, Aufrufen von Webseiten abhängig. 

Google PageSpeed Insight analysiert die Webseite und bietet Lösungen zur Optimierung an. Außerdem bewertet es Deine Webseite auf einer Skala von 0 – 100. Da um Google kein Weg herum führt, ist das eine vernünftige Anlaufstelle für die Optimierung. 

https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/

Pingdom prüft die Geschwindigkeit Deiner Webseite von unterschiedlichen Standorten aus und zeigt dann sehr detailliert, wo es unter Umständen hakt.

https://tools.pingdom.com

GTMetrix ist ebenfalls ein sehr versiertes Werkzeug, das vor allem auf viele Kleinigkeiten, die unter Umständen interessant sein können, eingeht. 

https://gtmetrix.com

WebPageTest ist ein sehr ausgereiftes Webtool. Unter anderem bietet es das Testen auf verschiedenen Browsern sowie auf mobilen Geräten an.

https://www.webpagetest.org

Was bedeutet Performance

Die Performance von WordPress Seiten ist von Beginn an recht gut. Allerdings gibt es einige Punkte, die berücksichtigt werden sollten. Warum reite ich so auf diesem Thema rum? Aus zwei ganz klaren und wichtigen Punkten:

1) Es gilt als Tatsache, dass jede Zehntelsekunde, die eine Seite länger lädt, Besucher kostet, das heißt diese früher abspringen. 

2) Suchmaschinen verwenden die Performance Deiner Webseite (besser: die Ladezeit) als Kriterium, um die Seite in deren Katalog auf- oder abzuwerten. Kurz gesagt: Webseiten, die schneller sind (und noch einige Kriterien mehr, zum Beispiel wenig Fehler) werden von Suchmaschinen als „wichtiger“ angesehen und somit im Verzeichnis weiter oben dargestellt. Eigentlich ist das ein recht einfacher Weg, um eine Optimierung bei den Suchmaschinen zu erreichen. 

Sabine hat das in einem quasi Live-Bericht schön dargestellt, aus der Praxis, für die Praxis! Schaut euch das einfach auch mal an.

WordPress bietet auch in diesem Bereich Möglichkeiten, um Dich zu unterstützen. Meine Erfahrung ist, dass es eigentlich zum Pflichtprogramm einer WordPress-Installation gehört, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Lies Dir am besten die folgenden Absätze durch und führ dann in allen der oben genannten Tools ein Test auf Deiner Webseite durch.

Um etwas mehr Licht in die Sache zu bringen, gehe ich zuerst einmal der Frage nach: Was passiert, wenn ein Browser auf Deine WordPress-Seite zugreift. 

Wie läuft das Aufrufen einer Seite ab

Bob öffnet also seinen Browser und tippt in die Adresszeile die gewünschte URL ein. Als erstes wirft der Browser einen Blick in seinen eigenen Cache um zu sehen, ob die Seite vor kurzem schon aufgerufen wurde. Wir nehmen an, dass Bob die Seite das erste Mal aufruft. Im nächsten Schritt muss der Name in eine IP-Adresse aufgelöst werden. Strenggenommen führt dieser Schritt nicht der Browser durch, aber für unsere Annahme reicht es. Nichts desto trotz ist dieser Schritt schon wichtig: je nachdem wie schnell die DNS-Server, bei denen die Domäne liegt, antwortet, desto schneller geht es weiter. Wir sprechen hier von 50ms – 100ms.

Wie oben genannt, spielt das in der Summe schon eine Rolle bei der Frage, wie viele Benutzer warten bis die Seite vollständig geladen ist und wer vorher abspringt. Nach dieser Namensauflösung steht dem Browser nichts mehr im Wege: Er verbindet sich zum Server und frägt diesen nach der eingegebenen URL. Hier lauert unter Umständen die nächste Hürde: Es macht durchaus einen Unterschied, ob Du

  • thedigitaltransformation.de oder
  • www.thedigitaltransformation.de oder
  • http://thedigitaltransformation.de oder
  • http://www.thedigitaltransformation.de oder
  • https://thedigitaltransformation.de

aufrufst. Warum?

Fällt Dir das „s“ auch auf? Wir sprechen von SSL-verschlüsselten Webseiten, die mittlerweile Quasi-Standard sind. Auch hier wieder: Die Suchmaschinen ranken https-verschlüsselte Seiten oft höher, außerdem ist das einfach mittlerweile „guter Ton“ (und aufgrund der DS-GVO eigentlich Pflicht). Es sind auch schon Bestrebungen im Gange, dass Webbrowser nicht-verschlüsselte Seiten nur unter großen Überredungskünsten anzeigen sollen. Aber, Du ahnst es bereits, wir sprechen natürlich wieder von einem gewissen Zeitaufwand. 50ms – 150ms dauert so ein SSL-Handshake unter Umständen schon. Das bringt uns somit auf 200ms – 300ms „Wartezeit“ – bisher noch „für nichts“. 

Im nächsten Schritt lädt der Browser dann endlich die Startseite, bei WordPress die index.php, die im Hintergrund dynamisch eine entsprechende HTML-Seite erstellt. In der Seite sind zusätzlich einige Bilder, die ebenfalls übertragen werden müssen (Hintergrundbilder, Header, Icons, was auch immer). Diese benötigen ebenfalls wieder Zeit. Hier gilt die ganz einfache Regel: Je weniger Dateien geladen werden, desto schneller die Seite. Je kleiner die Bilder, desto schneller die Seite. Im Idealfall sind die Bilder auch korrekt skaliert, das heißt diese haben genau die Größe, mit der der Browser sie auch anzeigt. Das spart dem Browser wiederum Zeit, um die Bilder zu skalieren. Irgendwann sind alle HTML-Seiten, CSS-Dateien, Bilder, Icons, und so weiter beim Browser, und dieser interpretiert diese Daten und zeigt die Seite entsprechend an. Bis zu diesem Punkt gilt immer: Die Seite sollte so schnell als möglich sein, viele Empfehlungen gehen Richtung < 2-3 Sekunden „full page load time“, also bis die Seite vollkommen, mit allem Drum und Dran, beim Benutzer ist. 

Das tolle daran: Es gibt hier wirklich sehr viele Schrauben, an denen gedreht werden kann, um dem Benutzer eine möglichst schnelle Seite zu präsentieren.

Eines noch vorweg: Wir werden hier keine Tipps geben, die gegen den Zweck der Webseite sprechen. Oft hört man Ideen wie „weniger Blog-Einträge schreiben“ oder „keine Bilder verwenden“. Webseiten sind für Menschen gemacht, und nicht für Maschinen.

Los geht es hier: