WordPress Tuning: Komprimierung

Lesezeit: 2 Minuten

Oder: Warum kleiner = besser ist

Komprimierung ist hier nicht im Sinne der jpeg-Komprimierung von Fotos gemeint, sondern im Sinne der gzip-Komprimierung, die zwischen Server und Browser verwendet werden kann. Das Prinzip ist ganz einfach: Anstatt dass der Server die ganzen Dateien (HTML, CSS, und so weiter) einfach so an den Browser schickt, komprimiert er die Daten vorher mit einem bestimmten Algorithmus. Dies kostet den Server einen gewissen (Zeit)-Aufwand, dafür sind die Dateien für den Übertragungsweg kleiner.

Beispiel gefällig:

Das erste Bild zeigt das Laden einer Datei ohne serverseitige Komprimierung. Wie man sieht, müssen in diesem Beispiel viel Daten übertragen werden (4 „Pfeile“). 

Im zweiten Bild dagegen komprimiert der Server die Daten gleich, weil der Browser dies so angefordert hat. Das hat zur Folge, dass:

1) der Server die Datei einen Tick später beginnt auszuliefern, weil er erst noch etwas Rechenzeit für die Komprimierung benötigt. 

2) die Menge der Daten, die übertragen werden, wesentlich geringer ist als im ersten Beispiel (hier ist es nur ein „Pfeil“). 

3) der Client nach dem Empfangen der Daten noch etwas Rechenzeit benötigt für das Entpacken.

4) Die Datei aber trotzdem wesentlich früher fertig geladen ist und somit früher angezeigt werden kann. 

–> Ziel erreicht.

Das ist ein klassischer Fall von „Tausche Bandbreite gegen Rechenleistung“. 

Es gibt kaum einen Grund, das nicht zu verwenden. Am Beispiel meiner eigenen Webseite sparen wir uns rund 80% an Datenmenge, hier bezogen auf die index-Datei:

Unkomprimiert: 56,8kb

Komprimiert: 11,2kb

Die Datei war in unserem Beispiel in 266ms da, die Zeit für die Komprimierung lag bei 3ms – somit ist der Overhead für die Komprimierung auch bei weitem nicht hoch genug, um den Nutzen wettzumachen. 

Die Kompression muss im Webserver aktiviert werden, dies geht beim Apache-Webserver in zwei Schritten:

1) Modul laden

2) Kompression aktivieren in der .htaccess-Datei

Haben wir vorher nicht schon davon gesprochen, dass jpeg-Bilder schon komprimiert sind“ – wirst Du jetzt vielleicht fragen? Völlig richtig, eine bereits komprimierte Datei nochmal zu komprimieren bringt nichts und kann im schlimmsten Fall zum Gegenteil führen. Mein Rat ist hier, die Komprimierung möglichst auf HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien zu beschränken. Wenn Du große Textdateien zum Download anbietest, sollten diese ebenfalls komprimiert werden. 

Zurück zum Einrichten: Idealerweise wird das direkt auf dem Server eingerichtet, weil Plugins naturgemäß immer einen gewissen Overhead haben. Was ich damit meine: Es macht nicht unbedingt Sinn, ein Plugin zu installieren, von dem Du aber nur 5% der Funktionalität benötigst. Glücklicherweise ist diese Kompression aber eine Einstellmöglichkeit einiger Plugins, die wir sowieso benötigen, wie zum Beispiel „WP Super Cache“ oder „W3 Total Cache“. 

Also:

1) Plugin installieren „WP Super Cache

2) Plugin aktivieren

3) Einstellungen > WP-super Cache > erweitert: Haken setzen bei „Komprimiere Seiten, so dass sie schneller an Benutzer ausgeliefert werden“

4) „Update-Status“ klicken (nach unten scrollen)

5) Testen, zum Beispiel unter https://checkgzipcompression.com

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1 Antwort

  1. 1. Mai 2019

    […] Übertragung von Server zu Client sollte heutzutage Standard sein. Bei WP Super Cache heißt die Option z. B. “Komprimiere Seiten, sodass diese schneller […]

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