WordPress Hosting, worauf musst Du achten

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Du hast Dich entschieden und möchtest mit WordPress für dein Blog, Shop oder Webseite starten? Wenn Du einfach nur auf die Schnelle ausprobieren möchtest, wie gutes WordPress Hosting aussehen kann, empfehle ich Dir diesen Artikel. Für einige Tage kann man damit WordPress kostenlos testen.

Wenn Du aber produktiv für Deine Besucher eine Webseite erstellen möchtest, gibt es einige Dinge zu beachten.

Frage 1: Server oder WordPress as a Service?

Möchtest Du einen eigenen Server selbst betreuen, oder möchtest Du diese Arbeit abgeben und Dich wirklich nur um Layout und Inhalt kümmern? Selber kümmern bringt Dich in die Ecke V-Server oder Root-Server, bzw. “Managed Server” / “WordPress Hosting”. Das bedeutet: Du bekommst einen eigenen virtuellen Server, kannst das Betriebsystem (in Grenzen) konfigurieren, kannst Software installieren und updaten, usw. Es gibt natürlich Anforderungen, für die eine solche Herangehensweise notwendig ist. Zum Beispiel wenn ausser WordPress noch andere Software läuft, die vielleicht sogar mit WP interagieren muss. Oder wenn der selbe Server noch Emails verarbeiten soll. Selber kümmern bedeutet aber auch, dass Du Dich um updates kümmern musst, darauf achten musst, dass keine Festplatte voll läuft, ggf. Servereinstellungen konfigurieren musst.

Wenn Du “einfach nur” WordPress benötigst, straight-forward und ohne sonstige spezielle Anforderungen, dann ist vielleicht ein Service (Managed WordPress / WordPress as a Service) für Dich der bessere Weg. Du hast hierbei normalerweise weniger Einfluss auf den Server selbst, dafür sind im Gegenzug solche Anbieter extrem spezialisiert auf genau diese Anwendung. Mein Tipp, der Dir vielleicht viel Stress ersparen wird: nimm nicht den billigsten Anbieter… Auch wenn der Service zufriedenstellend läuft, muss der Anbieter irgendwo sparen. Das wird oft beim Support oder bei der Performance getan. Und ein kompetenter und schneller Support sind in bestimmten Fällen Gold wert (denk immer daran, Deine Webseite läuft auf anderer Leute Rechner).

Wenn Dich die technischen Details mehr interessieren, kannst Du das in diesem Beitrag nachlesen.

Frage 2: Welche technischen Rahmenparameter sind wichtig?

  1. Das Thema Datenschutz hat in Deutschland mittlerweile auch einen Impact auf das Webhosting. Auch wenn es noch weitere Optionen gibt, rate ich zu einem Hoster aus Deutschland, zumindest aber aus der EU. Er sollte Dir, möglichst auf Klick, die Möglichkeit zum Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrag geben. Am besten steht der Server in Deutschland bei einem Deutschen Unternehmen.
  2. Als Speicher ist heutzutage SSD defacto-Standard. Sie sind einfach wesentlich performanter als die bisherigen HDDs. 5 Gigabyte an Speicher sollten es mindestens sein, 10 wären besser.
  3. Als PHP Version sollte die Version 7 angeboten werden- der Performance-Sprung von 5 zu 7 ist recht groß.
  4. Als Arbeitsspeicher sollten 2GB mindestens angeboten werden.
  5. Die “vCPU” geben ganz einfach die Rechenleistung an. Die Geschwindigkeit mit der WordPress grundsätzlich Seiten ausliefert. Natürlich heißt es hier je mehr desto besser. Der Wert ist quasi proportional von den Kosten abhängig. Manche Provider geben das auch umgekehrt an, z. b. pro vCPUs gibt es 20 oder 10 oder Kunden.
  6. Außerdem sollte im Paket eine Domäne mit enthalten sein (eine TLD) – außer natürlich Du hast schon eine irgendwo am Laufen.
  7. Auch ein SSL-Zertifikat sollte im Paket enthalten sein – Verschlüsselter Zugriff auf die Webseite per HTTPS ist state-of-the-art.
  8. Der Parameter “memory_limit” sollte mindestens 128MB, eher 256MB sein.
  9. Der Provider sollte 24×7 erreichbar sein für Supportanfragen – und sie auch zu diesen Zeiten bearbeiten. Es kommt irgendwann mal ein Fall, bei dem Du darüber froh sein wirst.
  10. Außerdem sollte die Möglichkeit bestehen, automatisch Backups zu erstellen und vorzuhalten. Je mehr desto besser.
  11. Als Webserver wird üblicherweise NGINX verwendet, ein sauber konfigurierter Apache ist aber auch völlig in Ordnung.
  12. Der Provider sollte Dir auch eine vernünftige Verfügbarkeit gewährleisten, möglichst 99,8 oder 99,9. Aber Achtung: im Zweifelsfall hast Du das zwar auf dem Papier – wenn Deine Seite aber mal darunter fällt, wirst Du maximal die Monatsgebühren zurück erhalten. Bei einer produktiven Seite mit Umsatzausfällen oder Conversion-failes wird Dir mit ziemlicher Sicherheit kein Provider Schadensersatz bezahlen. Augen auf beim Serverkauf.
  13. Falls Du beabsichtigst, über Deinen vServer auch viele Emails zu versenden (Newsletter u. ä. ) solltest Du eine eigene IP-Adresse im Paket haben. Du bist sonst zu arg von anderen abhängig, die Dir Deine Reputation kaputt machen können.

Frage 3: Wo gibts WordPress Hosting umsonst?

Ja, es gibt teilweise kostenlose Angebote. Aber wie weiter oben schon besprochen: Es gibt dabei immer irgendwelche massiven Einschränkungen, zumal Du sicherlich nicht vom Besten Support ausgehen kannst, wenn Du nichts bezahlst. Mein Tipp: Teste mit kostenfreien Angeboten – aber geh auf ein vernünftiges Paket, wenn Du damit produktiv gehst.

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